Das Duo Galina Matjukowa (Traversflöte) aus Minsk, Weißrussland und Dmitri Subow (Klavier, Cembalo) aus St. Petersburg, Russland, beide Gründungsmitglieder des weißrussischen Ensembles "Kammersolisten Minsk", hat sich auf Musik für Flöte und Cembalo des 18. Jahrhunderts sowie auf Musik für Flöte und Klavier des 19. Jahrhunderts spezialisiert. Sie musizieren zum Teil auf historischen Instrumenten.

Freitag, 5. Juli 2019

Termine 2019

So, 28. Juli 2019, 17 Uhr
Solitude Soiree
Schlosskapelle Solitude, Stuttgart

"Schweigt nun nicht, ihr süße Flöten"
J.S. Bach, G.Ph. Telemann, J.-M. Leclair, ...

Hans-Joachim Fuss - Traversflöte
Galina Matjukowa - Traversflöte
Dmitri Zubow - Cembalo




So, 27. Oktober 2019, 18 Uhr
Atrium Sillenbuch
Gorch-Fock-Straße 30
70619 Stuttgart-Sillenbuch

 

"Der süßen Töne zarte Harmonie" 
Musikalische Soiree  
Werke von Vivaldi, Telemann, Paolucci u.a.


Galina Matjukowa, Traversflöte
Carlo Aonzo, Mandoline
Dmitri Subow, Cembalo

Freitag, 12. April 2019

Biografie

Carlo Aonzo, Mandolinist, stammt aus Savona in Italien und ist dort mitten in der Musik aufgewachsen. Sein erster Lehrer, sein Vater Giuseppe (Direktor des "Circolo Mandolinistico G. Verdi di Savona"), schenkte ihm die Liebe und den Respekt für die Mandoline, die ihm sein ganzes Leben lang geblieben ist. Als Teenager studierte Carlo bei Ugo Orlandi, dem jetzigen Patriarchen der italienischen Mandoline, am Konservatorium von Cesare Pollini in Padua, wo er 1993 mit Auszeichnung (summa cum laude) abschloss. Sein Spiel wurde bei renommierten Wettbewerben mit Preisen ausgezeichnet einschließlich des Gewinns des "Vivaldi" -Preises des 6. jährlichen Vittorio Pitzianti-Mandolinenwettbewerbs in Venedig und des ersten Preises beim 27. jährlichen Walnut Valley-Mandolinenwettbewerb in Winfield, Kansas.

Carlo tourte als Solist durch Europa, Italien, Japan, die USA und Kanada sowie mit Kammerensembles und Orchestern (sowohl für Profis als auch für Amateure). Er hat mit vielen Musikinstitutionen zusammengearbeitet, unter anderem mit den Mailänder Scala-Philharmonikern, dem Emilia-Romagna-Sinfonieorchester, dem Savona-Sinfonieorchester, dem Nashville Chamber Orchestra und als Direktor des ligurischen Plektrumorchesters (Orchestra a Pizzico Ligure) in Gegenwart von Papst Johannes Paul II. 1998 eröffnete er das jährliche Internationale Winter-Mandolinenfestival in Varazze, Italien, und leitete im Laufe der Jahre viele Ausgaben des Festivals, wobei er einige der angesehensten Namen für Mandoline und Gitarre aufforderte, dort aufzutreten.

Seit 1999 ist er ordentliches Fakultätsmitglied beim mandolinenorientierten Kaufman Kamp in Tennessee und bietet seit 2000 einen beliebten jährlichen Workshop in New York City an. Er unterrichtete Workshops und trat als Solist bei Mandolinenorganisationen in vielen großen Städten Nordamerikas auf: New York Mandolin Orchestra, Providence Mandolin Orchestra, Pittsburgh Mandolin Orchestra, Baltimore Mandolin Orchestra, Bloomfield Mandolin Orchestra (NJ), Montreal Mandolin Orchestra, Italienisches Kulturzentrum Vancouver, Carlo Munier Mandolinenorchester (Philadelphia), Denver, Milwaukee Mandolinenorchester, Kalamazoo Mandolinenorchester (Uraufführung von Elizabeth Starts Mandolinenkonzert im Juni 2010), Atlanta Mandolins. In Japan hat er mit Mandolinengruppen in Kochi, Nagoya und Sendai zusammengearbeitet. Im Juni 2010 hielt er einen äußerst erfolgreichen ersten jährlichen Vancouver Mandolin Workshop ab.

2006 konzipierte und gründete Carlo die Internationale Mandolinenakademie (L'Accademia Internazionale del Mandolino), eine Vereinigung, die die Mandolinenkultur fördert. Im selben Jahr eröffnete er den gleichnamigen einwöchigen Workshop, der die Kunst des klassischen italienischen Mandolinenspiels fördern und die Aufmerksamkeit der internationalen Fans der Branche auf sich ziehen soll. Die Akademie findet jährlich in Italien oder in der Schweiz statt und Teilnehmer kommen aus der ganzen Welt, um an dieser Veranstaltung teilzunehmen (USA, Kanada, Japan, Taiwan, Israel, Deutschland, Niederlande, Portugal, Ungarn, Schottland, Schweiz und Italien).

Die Classical Mandolin Society of America hat ihn mehrfach zu ihren jährlichen Tagungen eingeladen. Er war 2004 Gastkünstler in Philadelphia, 2007 in Sarasota (Florida) und leitete 2008 den Kongress in Montreal (Kanada), wo er das En Masse Orchestra leitete und Workshops und Konferenzen zur Lehrerorientierung über die Geschichte und das Repertoire des Instruments leitete.

Carlo ist auch ein aktiver Gelehrter für historische Mandolinen, Mandolinisten und Mandolinenrepertoire und hat zum New Grove Dictionary of Music und zu Musikbüchern für Bèrben- und Armelin-Verlage beigetragen. Er hielt Vorträge über die Ikonographie der Mandoline an renommierten Institutionen auf der ganzen Welt, darunter an der Boston University (Massachusetts), am Wisconsin Conservatory of Music, an der Milwaukee University, am Vanderbilt College (Nashville), am Maryville College (Tennessee) und am New England Music College (Massachusetts). , dem Italienischen Kulturinstitut in Vancouver (Kanada), dem Italienischen Kulturinstitut in Philadelphia, der Hofstra University (NY), dem National Instrument Museum in Rom und der Berio Library (Genua).

Carlos Aufnahmen spiegeln seine Gelehrsamkeit und Leidenschaft wider, die vergessene Vergangenheit der Mandoline zu fördern und ihre klassische Tradition in die Zukunft zu entwickeln. Er hat Paganinis Gesamtwerk für Mandoline auf Mandolino genovese mit der Oktav-Gitarren-Stimmung (Integrale per Amandorlino & Chitarra Francese) aufgenommen. Seine Aufnahmen beinhalteten auch Werke italienischer Virtuosen des frühen 20. Jahrhunderts mit dem Gitarristen Beppe Gambetta (Serenata) und italienischer Einwanderer nach Amerika mit Gambetta und dem Mandolinisten David Grisman (Traversata). Er war auf David Grismans CD Crossing (amerikanische Mandoline) zu sehen. Für Mel Bay hat er ein In-Studio-Videokonzert mit Solo-Mandolinenrepertoire aufgenommen (Carlo Aonzo: Classical Mandolin Virtuoso), war im Buch Mandolin 2000 zu sehen und veröffentlichte 2010 die Buch- und CD-Sammlung Northern Italian & Ticino Region Folk Songs für Mandoline. Sein Orchester a Pizzico Ligures Aufnahme von Bearbeitungen von Vivaldi-Konzerten (Antonio Vivaldi: Konzerte per Mandolino und Konzerte per Orchester) ist eine seltene Demonstration der reichen Klangfülle eines modernen, aktiven Mandolinenorchesters.

Seine jüngsten Kooperationen mit den Gitarristen Rene Izquierdo in den USA und Katsumi Nagaoka in Europa führten zu erfolgreichen Konzertreisen und einer aufregenden neuen CD, Kaze, mit dem Gitarristen Katsumi Nagaoka, die sowohl eine respektvolle Anspielung auf das historische Repertoire als auch lebhafte, anspruchsvolle neue Kompositionen von Premieren bietet. Bei seinen jüngsten Aufnahmen war er Partner der Keyboarderin Elena Buttiero (Spinett und Klavier): Il mandolino italiano nel Settecento (2008) und eine CD mit romantischen Werken, Fantasia Poetica (2010). Carlos Duo mit Elena Buttiero hat kürzlich zwei erfolgreiche Tourneen in den USA absolviert (2009 und 2010) und wurde zum Europfestival Zupfmusik 2010 nach Bruchsal eingeladen. Sie werden von März bis April 2011 zu ihrer dritten Nordamerika-Tournee aufbrechen.
Hrsg. Von Eugene Braig und Linda Bull

Freitag, 14. September 2018

Biografie

GALINA MATJUKOWA (Traversflöte) wurde in Gomel/Belarus geboren. Nach ihrer musikalischen Ausbildung (Querflöte) in Minsk arbeitete Galina Matjukowa im Wolgograder Sinfonieorchester. Es folgten Studien Traversflöte an den Hochschulen für Musik in Stuttgart (bei Hans-Joachim Fuss) und in Trossingen (bei Linde Brunmaier). Sie wirkte bei Musikproduktionen mit Thomas Hengelbrock, Jose Vasques und dem Ensemble „Pocket Symphony“ (Moskau) mit.
 
Mit dem weißrussischen Ensemble „Kammersolisten Minsk“, dessen Stammitglied sie ist, führt Galina Matjukowa eine intensive Konzerttätigkeit im In- und Ausland. Seit 2004 ist sie Dozentin für historische Flöten an der Musikakademie Minsk. Im August 2013 unterrichtete sie bei der Sommerakademie für Alte Musik im Schloss Mir (Belarus).

Biografie

Hans-Joachim Fuss studierte Blockflöte und Traversflöte in Berlin, Frankfurt, Den Haag und Utrecht. Seit über 25 Jahren unterrichtet er die Hauptfachklasse für Blockflöte und Traversflöte an der HMDK Stuttgart.

Er leitet das Ensemble STUDIO ALTE MUSIK der HDMK und überdies seit 2018 das STUTTGARTER BLOCKFLÖTENORCHESTER. Seine Konzerte und Kurse führten ihn in viele Ländet West- und Osteuropas, Nord- und Südamerikas sowie nach Asien.

Biografie

DMITRI SUBOW (Cembalo)
studierte am St. Petersburger Konservatorium Klavier, Orgel, Chor- und Orchesterdirigieren und an der Musikhochschule Stuttgart Cembalo (bei Prof. J. Laukvik). Er war Dirigent im Wolgograder Sinfonieorchester (1987-1989), Chefdirigent des Staatlichen Kammerorchesters Weißrusslands, Dirigent an der Staatlichen Oper Weißrusslands und im Opernhaus des St. Petersburger Konservatoriums, wo er neue Produktionen von „Dido und Aeneas“ (2005) und „Le Nozze di Figaro“ (2006) geleitet hat, die große Aufmerksamkeit des Publikums und der Musikkritik geweckt haben.


2001 gründete er das Ensemble „Kammersolisten Minsk“. Sowohl mit seinem Ensemble als auch als Kammermusiker und Solist (Cembalist und Pianist) gastiert Dmitri Subow regelmäßig mit großem Erfolg in Ländern der ehemaligen Sowjetunion sowie in mehreren europäischen Ländern, wo er seit Jahren ein treues Publikum hat.


2010 brachten unter der Leitung von Dmitri Subow die Kantorei der Schlosskirche Weilburg (Leitung: Doris Hagel) mit den St. Petersburger Symphonikern das Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy im großen Saal der Philharmonie St. Petersburg äußerst erfolgreich zur ersten Wiederaufführung. 2012 folgte die Wiederaufführung der „Missa Solemnis“ von Ludwig van Beethoven in St. Petersburg in derselben Besetzung.

Freitag, 3. November 2017

LETZTE REZENSION

GÄUBOTE
02.11.2017
Lokal Kultur

Barocke Klangbrillanz mit hochkarätigem Duo

Herrenberg: Musiker aus Weißrussland kredenzen Kammermusik für Traversflöte und Cembalo

Die weißrussischen Musiker Galina Matjukowa und Dmitri Subow kennen sich noch aus ihren aktiven Zeiten im Wolgograder Sinfonieorchester. Galina Matjukowa spielte die Querflöte, während Dmitri Subow das Orchester dirigierte. Bei ihrem Gastspiel in der Mutterhauskirche reicht das virtuose Duo erlesene kammermusikalische Preziosen aus der Blütezeit des Barock an.

Rüdiger Schwarz

Das Cembalo stand hoch im Kurs, die Traversflöte war ein noch recht modernes Instrument. Der musikalische "Flirt" der weichen und sublimen Klangfacetten der Traversflöte mit den fein und zierlich gesponnenen Tönen des Cembalos nimmt seinen Lauf. Den Auftakt macht eine Sonate für Flöte und Basso continuo des italienischen Komponisten Pietro Locatelli. Übernimmt das Cembalo den für diese musikalische Epoche so bezeichnenden Generalbass, dann fällt dieser sehr zart und luftig aus, gesellt sich dazu noch die geschmeidige Melodiestimme der Traversflöte, ist der Zauber perfekt gemacht. Die Sonate Locatellis bringt einem zu Gehör, was sich als roter Faden durch das Programm dieses musikalischen Wochenschlusses ziehen wird. Gefällig-liebliche, sehr gesangliche Passagen wechseln sich mit galant sprudelnden, heiteren Stimmungen ab.

Geschwind, rasant gespielte Querflötenläufe gipfeln in verzierte Figuren und werden vom Cembalospiel über einen fast schon harfenähnlichen Generalbass getragen. Wie sich die beiden Instrumente da umgarnen, das klingt verführerisch, erinnert an einen amourösen Reigen, an pikante Liebesjagden nebst anderen lukullischen, höfisch-galanten Freuden. Im dritten Satz der Sonate legt Galina Matjukowa ein dermaßen rasantes Tempo vor, dass einem schwindelig werden könnte, man unweigerlich an den Hummelflug eines Rimski-Korsakow denkt. Dennoch bleibt dieser vor Leben übersprühende Elan stets geschmackvoll, diffizil und kapriziös. Barock, das ist das Zeitalter einer mal mehr, mal weniger gezügelten Affektenkunst, es ist die Zeit einer üppigen Sinnlichkeit, die Vergänglichkeit und den Tod stets vor Augen habend. Neben Lust und Genuss inszeniert der Barock die Macht des Todes, man denke nur an die unzähligen Vanitas-Motive, das allgegenwärtige Memento mori in der Stilllebenmalerei jener Jahre.

Folglich liegen auch beim Franzosen Jean-Marie Leclair Lust und Tod nahe beieinander. In diesem Falle recht drastisch, findet doch der Komponist und ehemalige Schüler von Pietro Locatelli in einer Absteige in einem der unsichersten Viertel des damaligen Paris ein grausames Ende. Am Morgen des 23. Oktober 1764 wird Leclair, in einer Blutlache liegend mit drei Messerstichen getötet, im Hausflur vorgefunden, die Umstände seiner Ermordung bleiben ungeklärt. In den Flötensonaten des vormaligen Tänzers und Ballettmeisters und späteren Hofkapellmeister am Hofe Ludwigs XV. springt einem eine gewisse Nähe zum italienischen Barockstil ins Gehör. Beim einleitenden Adagio, das einem elegischen, ruhevollen Air gleicht, spielt Galina Matjukowa ihre lyrische Verzierungskunst aus. Im weiteren Verlauf der vier Sätze mag der Zuhörer sich wie auf einem erquicklichen Gastmahl inmitten höfisch-barocker Bacchanalien fühlen. Doch sobald Dmitri Subow seinem Cembalo hauchzart perlende Klänge entlockt, die Querflöte dazu eine wohltemperierte, wehmütige Note anreicht, kommt wieder diese leise Melancholie der Vergänglichkeit allen Seins ins Spiel.
Fragiles Klangfarbengespinst

Eine Entdeckung ist sicherlich das von Francois Couperin für Cembalo komponierte "Les Rozeaux", zu deutsch "Die Schilfrohre". Tatsächlich: Das fragile, faserdünne und transparente Klangfarbengespinst ahmt auf eine sehr bezirzende, lautmalerisch-manieristische Art und Weise das Rauschen von sich im Wind wiegenden Schilfrohren nach. Dmitri Subow spinnt ein sehr feinsinniges und feinnerviges, glänzendes, fast schon ätherisches Klangziergitter. Nicht weniger berückend gerät eine von insgesamt zwölf Fantasien, die Georg Philipp Telemann um 1730 für Soloflöte zu Papier gebracht hat. Die traumwandlerisch und deliziös anhebende Melodie mündet in ein fugiertes, lebhaft tänzelndes Thema, das in einem anregenden "Spirituoso" endet. Diese in d-Moll gehaltene Fantasie Nummer sechs verlangt der weißrussischen Virtuosin einiges an auf der Traversflöte für schier unmöglich gehaltenen Bewegungen ab.

Natürlich darf bei so einem Konzert Barockikone Johann Sebastian Bach nicht fehlen. Drei Werke für Traversflöte und Cembalo sind von ihm erhalten geblieben. Auch bei der Sonate für Flöte und Basso continuo in e-Moll beweist das Duo seine Extraklasse, spielt sich die musikalischen Steilvorlagen scheinbar mühelos und leichter Hand zu, legt ein exzellentes Gespür für barocke Effekte an den Tag. Die Klangfarben changieren zwischen einem sanften, beseelten Adagio, einem funkensprühenden Allegro, einem innigen Andante und einem glückselig jubilierenden Allegro. Bachs Flötensonaten gehören mit zu seinen intimsten Werken. Zum Schluss gleitet der Zuhörer mit den beiden Instrumentalisten und einer Flötensonate von Carl Philipp Emanuel Bach ins empfindsame Zeitalter hinüber: Mozart ist nicht mehr weit entfernt.


https://www.heimsheim.de/upload/pdf/180830_konzertbericht_minsker_kammersolisten_sept_17.pdf